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kult Westmünsterland

Collection: "Werke von Max Hermann Hundt"

"Seine Sprache war die Kunst"

lautete der Titel einer viel beachteten Sonderausstellung im Hamaland-Museum in Vreden. In der Zeit vom 27. Januar bis 17. März 2013 präsentierte das Kreismuseum posthum eine Werkschau des Ahauser Künstlers Max Hermann Hundt. Anlass für diese Präsentation war die Übernahme des Nachlasses in das Museum, nachdem der Holzschnitzer und Steinmetz im Jahr 2010 verstorben war. Zahlreiche auch unvollendete Werke, Arbeitsvorstufen, Skizzen und Vorzeichnungen sowie Fotos fanden ihren Weg ins Depot. Für die genaue Dokumentation und Inventarisierung wurden die Stücke noch einmal hervorgeholt. Die Sonderausstellung konnte ergänzt werden durch Arbeiten, die sich im Besitz der Nachfahren Hundts befinden.
Max Hermann Hundt wurde am 26.12.1917 in Bad Landeck, Grafschaft Glatz in Niederschlesien, jetzt Lądek-Zdrój / Polen geboren. Er war Schüler der katholischen Volksschule. Zwischen seinem 6. und 14. Lebensjahr erkrankte an Scharlach und verlor in der Folge sein Gehör. 1926 bis 1933 besuchte er die Taubstummenschule in Breslau. Dort erkannten die Lehrer sein künstlerisches Talent und förderten es. In der Folge machte Max Hermann Hundt eine Lehre als Holzbildhauer bei Paul Thamm in Bad Landeck. 1937 bis 1938 folgte die Ausbildung als Holzbildhauer und Steinmetz bei Franz Wagner in Glatz. Von 1938 bis 1945 arbeitete er in der Werkstatt Alois Schmidt, Bad Landeck, spezialisiert auf Kircheneinrichtungen.
Max Hundt musste seine Heimat, wie viele andere auch, unter schlimmen Umständen verlassen. Für ihn mag es doppelt schwer gewesen sein, verlor er in den Tagen von Flucht und Vertreibung 1944 / 45 hier seine junge Frau und seinen 16 Monate alten Sohn durch Krankheit. 1946 wurde er in Ahaus sesshaft und arbeitete fortan als Bildhauer bei der Firma Gebrüder Lefering in Ahaus.
Will man sich der Person Max Hundt ein wenig mehr annähern, so gehört dazu die Information, dass er der älteste von drei Brüdern war. Friedrich, geboren 1921, fiel laut Auskunft des DRK-Suchdienstes in der russischen Sommeroffensive im Raum Orscha. Das Schicksal des vermissten jüngsten Bruders, Erich, ist ungeklärt. All die Schicksalsschläge mögen es gewesen sein, die letztendlich den Grund für seine häufige Übellaunigkeit und extreme Stimmungsschwankungen bildeten. Doch so launisch und aufbrausend er nach Aussagen von Zeitzeugen sein konnte, so kraftvoll und doch feinfühlig bearbeitete er seine Werkstoffe Holz und Stein.
Am 13.02.1948 reichte er für seine Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Münster einen großen, reich geschnitzten Familienstammbaum ein. Nach langen Prüfungen wurde ihm 1950 die Meisterurkunde überreicht und Max Hundt arbeitete als selbstständiger Holzbildhauer und Steinmetz. Hier im Westmünsterland fand er seine zweite Heimat und gründete wieder eine Familie. Max Hundt war bis ins Alter hinein aktiv in seinem Beruf. Eine Erleichterung allerdings wusste er zu schätzen: Als ihm die Kraft ausging, die man benötigt um aus einem groben Holzklotz eine zierliche Figur zu schaffen, griff auch er zu vorgefrästen Rohlingen, die ihm zumindest die Brotkunst um einiges erleichterten. Max Hermann Hundt verstarb am 19.01.2010 in Ahaus.


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