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Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund

Collection: "Die alte Stadt"

Dortmund war die einzige freie Reichsstadt in Westfalen, d. h. sie war nur dem Kaiser bzw. dem König untertan. Sie entstand aus einer Ansiedlung, die sich an einen karolingischen Königshof und eine Burg in der Nähe einer Hellwegkreuzung anlehnte.
Als Handelsort und Pfalzstätte machte sich Dortmund einen Namen. Der erste Stauferkönig Konrad III. verlieh der Stadt 1145 das erste nachweisbare Privileg. Es gestattete den Dortmundern Rechts- und Zollfreiheiten und bedeutete den Beginn der Reichsunmittelbarkeit, die die Dortmunder Bürger in mehreren Territorial-Fehden verteidigen mussten. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts war Dortmund eine der wichtigsten Reichs- und Hansestädte des norddeutschen Raumes. Der erste Ausstellungsbereich enthält neben Urkunden und Münzen auch Stadtansichten von Dortmund. Sie zeigen die Silhouette einer Stadt, die mit einer uneinnehmbaren Befestigung ausgestattet war. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der "Touchscreen": Dort bietet der Plan von Detmar Mulher die Möglichkeit, eine Reise durch das alte Dortmund anzutreten. Durch Berührung des Plans auf einem Computerbildschirm erfährt man viel Wissenswertes, Spannendes und Anekdotisches zur Stadtgeschichte.
Die Reichsstadt wurde von den alten, wohlhabenden und einflussreichen Familien, den "Erbsassen" regiert. Bis zum Jahre 1400 bildeten sie den Rat der Stadt,danach blieben ihnen von den 18 Ratssitzen die 12 obersten inklusive der beiden Bürgermeisterstellen. Die Erbsassen hatten ihr Vermögen vor allem durch den Handel in Nord- und Mitteleuropa erworben. Im 15. Jahrhundert gaben sie immer mehr ihre Machtstellung auf zugunsten einer adligen Lebensweise als Grundbesitzer oder Rentier. Ihre Rolle im Rat übernahm nun die "Wandschneidergesellschaft ", die sich aus den neu zugezogenen, reichen Fernhändlern zusammensetzte. Ein angedeutetes Kontor - das Arbeitszimmer und die Schaltzentrale des Kaufmanns - gibt in der Ausstellung ebenso wie Möbelstücke verschiedenster Art Einblick in die mittelalterliche Wohn- und Arbeitswelt.
Neben dem Handel spielten Handwerk und Gewerbe eine wichtige Rolle. 1260 wurden die Handwerkszünfte zum ersten Mal erwähnt. In den sog. Sechsgilden waren die Gerber, Schuster, Bäcker, Fleischer, Schneider, Krämer und Fettkrämer organisiert. Weitere wichtige Handwerkszweige bildeten die Goldschmiede, die Wollweber, die Eisenschmiede. Die Handwerker durften ihre Waren und Erzeugnisse nur an bestimmten Tagen und Plätzen zum Kauf anbieten. Handwerksberufe wie Goldschmiede, Schreiner, Schnitzer oder Schuster werden thematisiert und ihr Handwerk anhand unterschiedlichster Exponate dargestellt. Daneben spielen auch nicht zünftisch organisierte Handwerke wie das Töpferhandwerk oder die Weberei als Heimarbeit eine Rolle.
Die Bevölkerung Dortmunds war hierarchisch gegliedert. Das Schlusslicht der Gesellschaft bildeten Knechte, Tagelöhner, Bettler, Arme und Kranke, die wie die Frauen kein Bürgerrecht besaßen. Sie waren abhängig von den Stiftungen reicher Bürger, die sich dabei an christlichen Vorbildern und Vorstellungen orientierten. Sie ließen z. B . das Heilig - Geist - Hospital, das Leprosenhaus (vor den Toren der Stadt) oder ein Gasthaus für Arme, Reisende und Pilger erbauen. Als Gegenleistung erwarteten die Stifter von den Beschenkten, dass sie zu ihrer Jenseitsvorsorge beitrugen, d. h. die Armen beteten für das Wohl der verstorbenen Stifter und ihrer Angehörigen. Unterschiedliche religiöse Objekte geben in der Ausstellung Einblick in die Glaubenswelt und Frömmigkeit der christlichen und jüdischen Bevölkerung der Stadt.
C. A.


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