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Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund

Collection: "Design und Kunsthandwerk im 20. Jahrhundert"

Die neue Abteilung des Museums gibt anhand ausgewählter Beispiele einen Einblick in die internationalen Entwicklungstendenzen von Design und Kunsthandwerk im 20. Jahrhundert.

Der Begriff Design leitet sich von dem italienischen Wort "disegno" ab, das sowohl die Zeichnung als auch den Entwurf, die Idee eines künstlerischen Werkes bezeichnet. Mit Design benennt man heute vor allem das nach ästhetischen und funktionalen Prinzipien gestaltete Industrieprodukt. Im deutschen Sprachgebrauch wurde der Design-Begriff nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Englischen übernommen und ersetzte allmählich den älteren deutschen Begriff der industriellen Formgebung. Oberstes Kriterium im Design ist der eigenwillige künstlerische Entwurf, entwickelt vom Designer als maßgebender Persönlichkeit. Ergebnis ist das industriell hergestellte Serienprodukt. Vom Kunsthandwerk unterscheidet sich das Design vor allem darin, dass Entwurf und Ausführung in verschiedenen Händen liegen. Der Designer liefert allein den Entwurf und überlässt der Maschine die Ausführung, der Kunsthandwerker dagegen ist auch für die Gestaltung eines Gegenstandes zuständig. Der Anspruch, die Form eines Gegenstandes habe seiner Funktion zu folgen, führte im Anschluss an den Jugendstil zur Bevorzugung des Funktionalen. Der amerikanische Architekt Louis Henry Sullivan hatte diese neue Richtung bereits vor der Jahrhundertwende mit seiner Formel "form follows function" auf den Punkt gebracht. Die einfache Form und ihre Ästhetik wurden entdeckt, dem Design soziale Aufgaben abverlangt. Es war vor allem das 1919 in Weimar gegründete Bauhaus, das den sozialen Anspruch vertrat, zu einer menschenwürdigen Umweltgestaltung beizutragen. Mit seinem Versuch, Kunst und Technik zu einer neuen Einheit zu verbinden, legte es zugleich auch die Grundlagen des modernen Industriedesigns.
In der industriellen Formgebung knüpfte man nach dem Zweiten Weltkrieg wieder an den funktionalen Stil der zwanziger Jahre an. Mit der Bezeichnung "Die gute Form" wurde in Deutschland bis in die siebziger Jahre hinein eine ästhetische und moralische Bewertung für die Gestaltung von Industrieprodukten festgelegt. Gutes Design sollte nun messbar sein, in der Vergabe von Designpreisen wurden die Kriterien dafür festgelegt.
Seit Mitte der sechziger Jahre wurde der international vorherrschende funktionale Stil zunehmend kritisiert. Entgegen den nun als kühl und emotionslos empfundenen Entwürfen des Funktionalismus strebte man nach einer sinnlichen und individuellen Gestaltungsweise. Die phantasievollen Entwürfe der italienischen Designgruppen "Alchimia" und "Memphis" brachten Witz, Farbe und Ornament in den Alltag zurück und bewirkten, dass Design in den achtziger Jahren zu einem viel diskutierten und kulturell anerkannten Thema wurde.
Am Ende des 20. Jahrhunderts ist eine Aufgabenerweiterung des Designs zu beobachten. So zählen zu den Anwendungsbereichen von Design heute nicht nur Computerprogramme ("digital design"), sondern auch die Erscheinungsformen von Unternehmen ("corporate design"). Die Grenzen zwischen Kunsthandwerk, Design und freier Kunst sind fließend geworden: Kunsthandwerker können gestalterische Anregungen aus dem Design erhalten, Designer nach kunsthandwerklichen Praktiken suchen. Auch bildende Künstler betätigen sich bisweilen im Bereich der angewandten Kunst. Vor dem Hintergrund industrieller Produktion ist die Wertschätzung des kunstvoll und von Hand gefertigten Gebrauchsgegenstandes in seiner individuellen Einzigartigkeit gestiegen. G.K.


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