museum-digitaldeutschland

Deutschlandweit
Agrargeschichte
Baden-Württemberg
Berlin
Brandenburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Ostwestfalen-Lippe
Rheinland
Rheinland-Pfalz
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Westfalen
Close

Search museums

Close

Search collections

Home
Museum Search museums
Collection Search collections
Object
All objects Advanced search Timeline "Image wall"
Topics Contact

Search

Archäologisches Museum der WWU MünsterArtefakte [2263]

Fingerkunkel mit Darstellung eines Hahns (Archäologisches Museum der WWU Münster CC BY-NC-SA)

Fingerkunkel mit figürlicher Bekrönung in Form eines Hahns

Description ...

(Zu antiken Fingerkunkeln im Allgemeinen siehe Objekt Nr. 254)
Diese Fingerkunkel ist eine Stiftung aus Privatbesitz.
Die Kunkel, deren Ringöse nur noch teilweise erhalten ist, besteht aus einem flachen Stab. Dieser ist am unteren Ende, im oberen Drittel sowie unterhalb der Spitze jeweils mit drei Kerben verziert. Den oberen Abschluss des Spinnrockens bildet eine flach gearbeitete figürliche Schnitzerei in Gestalt eines Hahnes.
Der Hahn wird in der griechisch-römischen Antike mit dem Totenreich in Verbindung gebracht. So erscheint er als Begleittier der Unterweltsgöttin Persephone (bei den Römern Proserpina genannt) und wird z. B. innerhalb des Totenkultes als Opfer dargebracht. Darüber hinaus ist der Hahn ein übelabwehrendes Zeichen (Apotropaion), das vor dem "Bösen Blick" schützt. Zudem steht der Vogel insbesondere für Fruchtbarkeit und Liebe.
Nach christlicher Vorstellung leitet das Krähen des Hahnes am Morgen den Aufgang der Sonne und somit das Ende der Dunkelheit, in der böse Mächte ihr Unwesen treiben, ein. Besonders eindrücklich zeigt sich dieser Aspekt in der bekannten Episode aus dem Matthäus-Evangelium, welche die Verleumdung Jesu durch Petrus schildert (Mt. 26, 34): "Amen, ich sage dir: In dieser Nacht, noch ehe der Hahn dreimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen".
Als Schmuck an einer Fingerkunkel, die als Grabbeigabe dient, soll der Hahn die Verstorbene somit vor schädlichen Einflüssen bewahren.

Material / Technique ...

Knochen / Schnitzerei

Measurements ...

erhaltene Gesamtlänge: 21 cm; H der figürlichen Schnitzerei: 5 cm.

Created ...

... when: [about]

Part of ...

Literature ...

  • M. Cremer (1996): Antike Spinnrocken, in: Boreas. Münstersche Beiträge zur Archäologie 19, 1996, 235-241. Münster

Larger image and pertaining information

Objectinformation for printing (PDF)

Show a (probably) newer version of the object information

Did you encounter something wrong? Do you know more? Any remarks?

Usage and citation
The textual information presented here is free for non-commercial usage if the source is named. (Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa) Please name as source not only the internet representation but also the name of the museum.
Rights for the images are shown below the large images (which are accessible by clicking on the smaller images). If nothing different is mentioned there the same regulation as for textual information applies.
Any commercial usage of text or image demands communication with the museum.

[Last update 12.06.2015]