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Landhaus-Pläne und Mann mit Hut

Ein Werkswohnhaus der Mansfeld AG in Burgörner

 

 

 

Dass die Pläne des ehemaligen Bergbau-Konzerns Mansfeld auch Bauten aus unserer nächsten Umgebung zeigen, haben wir geahnt. Nun haben wir tatsächlich mehrere Bauzeichnungen gefunden, die Planungen aus unserer Nachbarschaft zeigen und von denen wir Euch ein Gebäude etwas näher vorstellen wollen.

Wenn wir einen Blick aus unserem Bürofenster im Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss werfen, fällt er zunächst auf den Schlosspark. Heute weitgehend verborgen hinter Bäumen, befinden sich mehrere Wohnhäuser, von denen wir jetzt wissen, dass diese in den 1920er Jahren von der Mansfeld-AG für ihre Mitarbeiter errichtet wurden.

Die idyllisch gelegenen Wohnhäuser im Park wurden für leitende Beamte und Geschäftsführer des Werks erbaut. Einige Pläne zeigen ein herausstechendes Wohnbauprojekt: Es handelt sich um Bauzeichnungen für das Haus von Otto Busse. Busse war von 1910 bis 1927 Direktor des Mansfelder Kupfer- und Messingwerkes (MKM) in Hettstedt, das unweit des Schlossparks gelegen ist und das bis heute produziert.

Die Pläne für das „Landhaus Dr. Busse“ von 1923/24 zeigen das Gebäude bis ins kleinste Detail: unter anderem sind Fensterläden, Kandelaber, auch Rankgitter und Sitzbänke dargestellt. Ebenso findet sich auf einem der Pläne eine Staffagefigur: An der Eingangstür ist ein Mann in Mantel und mit Hut dargestellt, der im Begriff ist, die Tür zu öffnen. Er stellt nicht etwa den Hausherren Busse dar, sondern die eingefügte Figur erleichtert es dem Betrachter, die Dimensionen des Hauses zu erfassen.

An den Grundrissen und dem Raumprogramm lässt sich ablesen, dass es sich hier um ein Haus für ein Mitglied der gehobenen bürgerlichen Gesellschaft handelt, ein Wohngebäude, das nicht nur funktional, sondern auch repräsentativ geplant wurde: Im Erdgeschoss befinden sich die Räume des Hausherren, die zugleich für den Empfang von Gästen ausgelegt sind: Erker, Kleiderablage und große Diele mit Kamin; das Herrenzimmer, das Wohnzimmer, der Wintergarten sowie in funktionaler Reihenfolge die Küche, ein Anrichtezimmer mit Geschirr- und Wärmeschrank sowie das Esszimmer. Im Obergeschoss sind die Schlafräume, die Räume der Hausdame, ein Gästezimmer sowie die Plättstube und im Dachgeschoss – wie zu erwarten – das Zimmer des Dienstmädchens.

Das Haus Busse ist ein für die damalige Zeit, in der sich etwa das Bauhaus in Weimar auf den Weg zur modernen Architektur macht, kein demonstrativ avantgardistisches Gebäude. Seine Architektursprache ist vielmehr dem konservativen Reform- oder Heimatstil zuzurechnen.

Heute ist das Landhaus Busse Gästehaus der noch immer bestehenden Mansfelder Kupfer und Messing GmbH Hettstedt, kurz MKM, die auch der Markenrechtsnachfolger des 1995 aufgelösten Mansfeld-Konzerns ist, und Teil des Werksgeländes. Seit seiner Errichtung wurde das Gebäude mehrfach umgebaut und erweitert.

Viele weitere Pläne von Wohnhäusern in Burgörner und Hettstedt die einst im Besitz des Mansfeld-Konzerns waren, vom Unternehmen ge- oder verkauft, erbaut oder umgebaut wurden, befinden sich im Rissarchiv des Mansfeld-Museums. Sie dokumentieren die prägende Bedeutung des Werks für die bauliche Entwicklung der Orte – auch der Wohngebiete. Anfang des kommenden Jahres werdet Ihr einige davon auf museum-digital ansehen können.

Nutzertreffen von museum-digital:ungarn in Budapest

Am 20.10. fand in Budapest das erste nationale Nutzertreffen von MuzeumDigitár (der Name der ungarischen Version von museum-digital) statt. Mit mehr als 50 Teilnehmenden waren das Treffen und die Begleit-Workshops sehr gut besucht. Aktuell sind es 68 Museen, die sich in Ungarn an museum-digital beteiligen. Sie haben schon fast 70.000 Objekte veröffentlicht.

Neben allgemeinen Beiträgen gab es vor allem viele Hinweise zum Einsatz von "Ereignissen" und auf die Möglichkeiten, die museum-digital bietet, qualitätvolle Einträge zu erstellen. Ein Basis-Workshop (für Neueinsteiger) und ein Foto-Workshop (aus der Praxis für die Praxis) rundeten die gelungene Veranstaltung ab.

100.000 Objekte bei museum-digital

Die ersten 100.000 Objekte sind bei museum-digital zusammengekommen. Ein Massenimport von Münzen des Münzkabinetts der Staatlichen Museen hat die Sache vorangebracht. Mit den Münzen haben auch jede Menge neue "Münzherren" und "Münzstätten" bei museum-digital Einzug gehalten.

Tausende große Pläne

Digitalisierungs- team: Jenny Rempel, Sabine Breer und Bärbel Haft

... und Karten gibt es im Mansfeld-Museum. 40.000 sind es schätzungsweise, und oft sind sie von großem Format.

Es sind vor allem historische Karten, technische Pläne und Architekturzeichnungen aus dem Bestand der Mansfeld-AG, die seit 2014 digital erfasst werden. Davon ist momentan eine Auswahl von 250 Plänen auf museum-digital veröffentlicht.

Nun läuft die dritte und letzte Förderperiode des Landes Sachsen-Anhalt, der Stiftung der Sparkasse Mansfeld-Südharz und der Stadt Hettstedt, die das Digitalisierungsprojekt finanziell ermöglicht haben.

Erstmals gibt es ein kleines Team von Mitarbeitern, die die Projektleiterin Sabine Breer unterstützen: Bärbel Haft, Juliane Bischoff und Jenny Rempel konnten für die Arbeit im Archiv, der Erfassung der Objekte sowie für die Fotografie und die Bildbearbeitung gewonnen werden.

Unser gemeinsames Ziel ist es, dieses Jahr den 1000. Plan zu digitalisieren. Wir sind zuversichtlich! Bevor die Pläne Anfang 2017 bei museum-digital hochgeladen werden, gibt es hier im Blog immer mal wieder kleine Nachrichten zu überraschenden Funden, die sich während der Digitalisierung ergeben.

 

Neues Thema bei museum-digital

Anlässlich seines 225. Geburtstages 2016 ehrte die Lutherstadt Eisleben ihren Ehrenbürger Carl Friedrich Ludwig Plümicke (1791 – 1866). Neben zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen wurde in der „Alten Bergschule“ im ehemaligen St. Katharinenstift eine neue Dauerausstellung eröffnet. Sie würdigt umfassend das Leben des Bergschullehrers, Stollenfaktors, Regionalhistorikers und Liedschöpfers Carl Friedrich Ludwig Plümicke, der nicht nur das duale Lehrsystem an den preußischen Bergschulen schuf, sondern durch seine Sammelleidenschaft die Grundlagen für die Bestände der Eisleber Museen und Archive legte. Sie finden sich heute z. B. in der Ausstellung in Luthers Geburtshaus „Von daher bin ich - Martin Luther in Eisleben“.

Als Begleitmaterial dazu wurde jetzt bei museum-digital: sachsen-anhalt ein Themenportal „Carl Friedrich Ludwig Plümicke (1791 – 1866)“ und im Kontext dazu weitere Objekte präsentiert, um die vielfältigen Verknüpfungen auch des Mansfelder Bergbaus zu belegen (hier).

 

Neu bei museum-digital: 200 Werke von Hans Rothe aus dem Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg

Das Kulturhistorische Museum Schloss Merseburg hat jetzt bei museum-digital mehr als 200 Grafiken und Gemälde des Künstlers Hans Rothe veröffentlicht. Hans Rothe, Jahrgang 1929, ist Maler, Grafiker, Keramiker und Restaurator mit solider Ausbildung an der Kunsthochschule Giebichenstein. Mehr über Hans Rothe findet sich hier. Zu den Grafiken und Gemälden gelangen Sie hier.

Pläne und mehr: Deutsches Technikmuseum Berlin bei museum-digital

Das Deutsche Technikmuseum Berlin hat jetzt einen Teil seines, mehr als 1,2 Regalkilometer umfassenden, Archivs über museum-digital zugänglich gemacht. Es handelt sich dabei um mehr als 1.200 Konstruktionspläne für Mühlen allerlei Art der früheren Firma A. Wetzig, Eisengiesserei und Maschinenfabrik für Mühlenbau in Wittenberg. Diese Firma hatte zu Anfang des 20. Jahrhunderts einen großen Kundenkreis im ganzen damaligen Deutschen Reich und darüber hinaus.

Zugleich hat das Museum damit begonnen einen Teil seiner Museumsobjekte online zu stellen. Am deutlichsten vertreten ist dabei aktuell die Sammlung Schienenverkehr.

"Brandenburg im Bild" - Neues Themenportal bei museum-digital

Unter dem Titel "Brandenburg im Bild - Historische Stadtansichten aus dem Land Brandenburg" wurde jetzt ein kleines Themenportal bei museum-digital erstellt. Die digitalisierten Ansichten stammen aus dem Potsdam-Museum, dem Stadtmuseum Brandenburg a.d. Havel und dem Museum Eberswalde. In der Einleitung heißt es: "Ziel des Themenportals ist es, umfangreiche Vedutensammlungen im Land Brandenburg öffentlich zugänglich zu machen, das Interesse an ihnen zu wecken bzw. das nachweislich vorhandene Engagement zu stärken." Das Themenportal erreichen sie hier oder hier.

Potsdam-Museum bindet seine Objekte aus museum-digital in eigene Seite ein

Ein weiteres Museum läßt jetzt die eigenen Objekte aus museum-digital in seine Internetseite einfließen: Das Potsdam-Museum - Forum für Kunst und Geschichte. Die sehr leicht zu bewerkstelligende Einbindung geschieht ähnlich wie beim Landesmuseum-Württemberg über eine "Bilderwand" als Startseite. Von hier sind die Objekte des Museums erreichbar. Oberhalb der "Bilderwand" finden sich ein Schalter zur Sammlungsübersicht und ein Suchschlitz als weitere Einstiege.

Heimat im Krieg 1914-1918 : Spurensuche in Sachsen-Anhalt

Museen in Sachsen Anhalt haben eine Wanderausstellung konzipiert, die in vielen Städten des Bundeslandes zu sehen war und sein wird. Als Begleitmaterial hierzu wurde jetzt ein "Thema" mit dem Titel der Ausstellung: "Heimat im Krieg" bei museum-digital eingerichtet.

Im Vorwort heißt es, dass zum Thema "Erster Weltkrieg" zwar viel publiziert worden sei ... "Auffällig ist jedoch, dass kaum regionale Aspekte für die damalige preußische Provinz und das Herzogtum Anhalt untersucht und betrachtet werden. Dem Bemühen, dieses Defizit auszugleichen, entsprang die Idee, eine Wanderausstellung in Sachsen-Anhalt zum Thema „Heimat im Krieg 1914 - 1918“ vorzubereiten. Dem Projekt schlossen sich nicht nur zahlreiche Museen in unserem Bundesland an, auch das Institut für Geschichte der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg konnte als Partner gewonnen werden und Studierende begaben sich auf Spurensuche."

Das bei museum-digital jetzt verfügbare Thema wird sich an die Wanderausstellung anlehnen, darüber hinaus aber weitere Objekte zum Kontext präsentieren.

Wiederentdeckt!

Zeichnungen aus der Bergschule Eisleben zeugen von den Umbrüchen im Zeitalter der beginnenden Industrialisierung

Hier im Hettstedter Mansfeld-Museum digitalisieren wir gerade unseren Bestand an Bergbauplänen, die im bergmännischen Sprachgebrauch auch Risse geannt werden. Immer wieder gibt es überraschende Funde während unseres Digitalisierungsprojektes. Das kommt daher, dass ein Großteil des Rissarchivs bisher nicht erfasst und auch nicht gesichtet wurde. Das Projekt trägt also gleichzeitig zur Erschließung eines Sammlungsbestandes bei, und dank museum-digital können unsere jüngsten Funde auch zeitnah der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Das Rissarchiv selbst zeugt von den baulichen Aufgaben des auch überregional bedeutenden Montanbetriebes Mansfeld über und unter Tage. Es bildet zugleich die technischen Leistungen der Ingenieure ab: Viele der Pläne zeigen die hochinnovative Technik, die im Bergbau früh eingesetzt wurde, wie zum Beispiel Dampfmaschinen.

Besonders augenfällig wird dies bei den gerade wiederentdeckten Bergschüler-Zeichnungen. Die 1798 gegründete Bergschule Eisleben gehört zu den ältesten Ausbildungsstätten für den Bergbau weltweit. Dort wurden vor allem ausgewählte und verdiente Bergleute des Mansfeldkonzerns für höhere Dienste unter anderem in den Fächern Mathematik, Markscheiden und Zeichnen ausgebildet. Ein Teil dieser Zeichnungen, die die Bergleute in ihrem Unterricht anfertigten, hat sich im Mansfeld-Museum erhalten. Die farbigen Zeichnungen – auf denen sich hin und wieder Anmerkungen der Lehrer finden – bilden beispielsweise Pferdegöpel bis hin zu Dampf- und Bohrmaschinen ab und spiegeln gleichzeitig wieder, wie groß die technischen Umbrüche in der Zeit der beginnenden Industrialisierung waren. Sie sind damit nicht nur Teil der Wirtschaftsgeschichte der Region, sondern darüber hinaus ein beutendes Zeugnis der Industriekultur überhaupt.

Die äußerst sehenswerten Zeichnungen der Eislebener Bergschüler werden in Kürze auf museum-digital eingestellt. Als kleinen Vorgeschmack gibt es aber hier schon mal einige Bilder zu sehen! Es handelt sich um Details von einer Eisen-Bohrmaschine, einer Pumpe und einer Fördermaschine.

Höchste Zeit!

Bereits seit Sommer 2014 werden im Hettstedter Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss wertvolle Pläne und Karten – das so genannte Rissarchiv – digitalisiert. Es ist also höchste Zeit, um auch hier bei museum-digital vom Digitalisierungsprojekt zu berichten!

Im bisher größtenteils ungesichteten Bestand von 45.000 Rissen werden immer wieder überraschende Funde gemacht. Hier im Blog bietet sich die Möglichkeit, schon vor der Veröffentlichung auf museum-digital von den großen und kleinen Fundstücken zu berichten.

3000 Objekte aus Weißenfels

Das Museum in Weißenfels (Schloss Neu-Augustusburg) hat sein 3.000stes Objekt online gestellt. Es handelt sich um einen Herren-Mokassin "Olympia", hergestellt vom VEB Banner des Friedens im Jahre 1965. Weißenfels war ein Zentrum der Schuhproduktion in der DDR.